Ośno Lubuskie

Direkt hinter der Grenze zu Deutschland in der Woiwodschaft Lebus bin ich auf dieses schöne kleine Städtchen und dem etwa 40 ha großen Reczynek See gestoßen. 

Die Ortschaft ist schon sehr alt, wie alt genau weiß man heute nicht mehr. 

1125 wurde das Bistum Lebus gegründet und so wird angenommen, dass die Stadt etwa im gleichen Zeitraum entstanden ist.

Urkundlich fand sie zum ersten mal 1252 Erwähnung, damals unter dem Namen Osna.

Die Stadt erlebte über die Jahrhunderte eine wechselvolle Geschichte. 

So war sie im Mittelalter ein Zentrum der Tuchmacherei, während der Industrialisierung wurde die Möbelfabrikation ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

Einmalige Bedeutung weit über die Grenzen der Stadt und sogar des Kontinentes hinaus erlangte sie jedoch durch die Maiblumenzucht. Dabei ging es einerseits um die Zuchtpflanze, aber auch um die Herstellung von Arzneien aus den Maiglöckchen.

Diese Tradition ging jedoch durch den zweiten Weltkrieg und die Phase der Flucht und Vertreibung verloren.

Heute hat die Stadt etwa 3700 Einwohner und gerade um den See entwickelt sich etwas Tourismus.
 

Das Städtchen hat eine beinahe vollständig erhaltene Stadtmauer.

Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Einzig die beiden großen Stadttore sind nur noch in den Fundamenten erhalten, sonst ist noch alles vorhanden.

Ich habe selten einen Ort besucht, an dem man sich so authentisch vorstellen konnte wie die Stadt ausgesehen hat in den Zeiten, als die Stadtmauern noch die tatsächliche Begrenzung der Stadt waren. 

Wer hier durch eines der Tore oder Türchen tritt ist draussen, vor den Toren der Stadt. Da gibt es dann Wiesen, Felder, Bäche und Äcker - aber keine Bebauung mehr.

Natürlich ist die Stadt seit dem Mittelalter auch gewachsen, dies aber fast ausschließlich zur Ostseite hin. Wenn man die Altstadt in diese Richtung verlässt sieht man weniger Natur und dafür eine Bausubstanz die in großen Teilen erst nach dem zweiten Weltkrieg entstand und geprägt ist.


 

Auch innerhalb der Stadtmauern lässt sich durchaus noch erahnen, wie es früher einmal ausgesehen haben muss. Das Neue, das im Laufe der Zeit entstanden ist hat sich dem Alten untergeordnet, ohne es zu zerstören oder infrage zu stellen.

Die hohen Mauern zeugen noch heute davon, dass die Stadt Räubern und Raubrittern ausgesetzt war.

Es war eine wirksame Selbstverteidigungsanlage und half der Stadt mehreren Überfällen und Belagerungen standzuhalten.


 

Das alte Kino Baltyk
 

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Copyright: Lars Hauck