Road Trip along the Wild Atlantic Way

Killimer

Bei meiner ersten Reise kam ich erst nach Einbruch der Dunkelheit in Irland an.

Da ich nur ein paar Tage Zeit hatte und die Tage im November kurz sind, wollte ich keine Sekunde Tageslicht ungenutzt lassen.

Ich verließ meine Unterkunft noch vor dem Frühstück und machte mich auf den Weg Richtung Wild Atlantic Way.

In der Nähe von Killimer begann meine Umgebung langsam farbig zu werden und ich nahm gleich die erste Gelegenheit wahr einen Blick auf das Wasser zu werfen.

Ich war genau, da wo ich hin wollte - irgendwo am Ende der Welt.

Es regnete und so beschloss ich erst mal ein Stück Auto zu fahren und auf besseres Wetter zu hoffen.

Carrigaholt

Carrigaholt ist ein kleines Fischerdorf im County Clare.

Auf dem Weg zum Loop Head Lighthouse wäre ich durch das Dorf beinahe  recht flott durchgefahren.

Wenn da nicht bei Ebbe all diese bunten Fischerboote im Hafen, einfach so auf dem Trockenen gelegen hätten.

Das sah im Nebel schon recht surreal aus.

Carrigaholt Castle

Gleich hinter dem kleinen Fischerei Hafen erspähte ich die Ruine einer alten Burg.

Sie wurde etwa um das Jahr 1480 vom McMahon Clan errichtet, weil man damals überall an strategisch wichtigen Punkten solche Burgen, zur Verteidigung vor potenziellen Angreifern, benötigte.

Als ich dann, an jenem düsteren Tag im November, mit Gummistiefeln durch eine aufgeweichte Wiese stapfte, über eine uralte zerfallene Mauer blickte und sich diese Szenerie vor mir auftat konnte ich es kaum fassen.

Derart mystische und aus der Zeit gefallen, dass mir jede Legende von Leprechaunen sofort glaubhaft erschien. 

 
 

Loop Head Leuchtturm

Mein erster  Besuch des Loop Head Leuchtturmes war geprägt von einer intensiven Begegnung mit dem Herbstwetter an der Atlantik Küste. Stürmisch war es, so stürmisch, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. Auch kam der Wind in Böen, was das Gehen und Stehen nicht leichter gemacht hat. Ich stemmte mich gegen den Wind, ich stolperte, ich lief rückwärts, Regentropfen peitschten mir ins Gesicht.

Dennoch, oder gerade deswegen, ist dieser Leuchtturm und die dramatischen Klippen, auf denen er steht ein Ort geworden, der mich nachhaltig beeindruckt  hat und mein Bild von Irland mit geprägt hat.

Bridges of Ross

Die Nachbarschaft zu einem weithin bekannten Naturdenkmal lässt alles Andere darum herum in Nichtbeachtung versinken. Das ist in diesem Fall sehr schade, denn der Blick in die andere Richtung bietet durchaus Sehenswertes. Ich stand hier, trotz des stürmischen Wetters, bestimmt fast eine halbe Stunde und blickte gebannt auf die diese ursprüngliche Gewalt und die Macht mit der das Meer hier auf die schroffen Küstenfelsen trifft. Welche unglaublichen Kräfte hier sichtbar werden lässt meine Demut vor der Natur wachsen.

Später dann habe ich natürlich den Bridges of Ross auch noch einen Besuch abgestattet, schließlich waren sie es, die mich hierher gelockt hatten.

Ennistymon

Einst betrieb die West Clare Railway eine Eisenbahnlinie durch Ennistymon, sie verband Ennis mit den Küstenstädten und Dörfern von West Clare. Obwohl längst vergangen, wird die Erinnerung daran immer noch durch ein Lied von Percy French lebendig gehalten, der, bevor er einer der  erfolgreichsten Songwriter und Entertainer seiner Zeit wurde, sein Vermögen mit einer unglücklichen Investition in eine Destillerie verlor und dann als Redakteur einer wöchentlichen Comic-Zeitung scheiterte. 1896, auf dem Weg zu einem Konzert in Kilkee,  musste sein Zug in Ennistymon Wasser aufnehmen, unglücklicherweise kam dabei Gras in den Kessel der Lokomotive. Wegen Explosionsgefahr entschied sich der Fahrer, den Druck vom Kessel zu nehmen und auf eine Ersatzlokomotive zu warten. Da dies dann fünf Stunden dauerte, kam Herr French so spät zu seinem Konzert, dass fast das gesamte Publikum bereits weg war. Später verklagte er die Eisenbahngesellschaft wegen seines Einkommensverlustes und schrieb den Song "Are ye right there Michael?", der immer noch in Pubs und Clubs in der Gegend zu hören ist.

 

 
 
 

Cliffs of Moher

Nach alle den einsamen Stunden die ich bei Wind, Regen und Nebel durch eine grandiose Natur gefahren war, kam mir der gigantische Parkplatz erst einmal wie ein fremder Planet vor. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, auf welche Menschenmassen man hier im Sommer treffen würde.

Jetzt aber, im November, war dieser Parkplatz so gut wie leer und ich konnte diesen wunderschönen Ort beinahe alleine erleben.

Der Nebel tauchte die Cliffs of Moher in eine geradezu mystische Stimmung und beim Wandern tauchte alles zunächst schemenhaft aus dem Nichts auf und lies viel Raum für die Fantasie, was es denn wohl sei. Bei näherer Betrachtung verwandelten sich dann aber alle Gnome, Kobolde und sonstige Fabelwesen ganz brav in mittelalterliche Türme und spektakuläre Felsformationen oder Reste alter Steinmauern.

 
 

Doonagore Castle

Auf diesen Anblick war ich gar nicht vorbereitet. Ich fuhr, auf dem Weg zur Küste, über einen unscheinbaren Hügel und da lag Doonagore Castle einfach ganz plötzlich vor mir.

Die Einsamkeit, das Meer im Hintergrund, der Regen und der Nebel und nichts was in irgendeiner Hinsicht auf das 21. Jahrhundert hätte schließen lassen. 

Das Meer erschien unnatürlich groß und der Burgturm dagegen irgendwie klein und verloren  

Absolut irreal.

Doonagore Castle wurde in den 70er Jahren restauriert und befindet sich heute in privat Besitz.

 

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